ANZEIGENSONDERVERÖFFENTLICHUNG

Der Asamsaal am Marienplatz ist seit Jahrzehnten nicht nur Freisings schönster, sondern auch größter Theatersaal. Hier gastieren die verschiedenen Tourneetheater, hier zeigt die Laienbühne ihre jährlichen Aufführungen, hier gastieren bekannte Musikgruppen, Sänger, Kabarettisten und hier lassen sich auch junge Nachwuchskünstler feiern. Nun aber ist der Asamsaal geschlossen. Wegen der dringend notwendigen Sanierung des Gebäudes wird er etwa fünf Jahre als Veranstaltungsort ausfallen. Den Freisingern bleibt der Trost, dass er danach in neuem Glanz auferstehen wird und neben dem Saal dann auch ein wesentlich vergrößertes Stadtmuseum zur Verfügung steht.

 

Black Box als Bühnenraum

Das Freisinger Kulturleben soll aber bis dahin nicht darben. Dafür hat die Stadt Vorsorge betrieben. Die Mehrzweckhalle in der Luitpoldanlage wurde ein wenig umgestaltet und theatertauglich gemacht. Geschaffen wurde eine Raum-in-Raum-Lösung, eine Black Box, die nach Aussage von Kulturamtsleiter Adolf Gumberger bisher gut angenommen wird. Die schwarzen Vorhänge, die das kühle Interieur weitgehend verdecken, und die ansteigenden Sitzplätze haben auch bei der Premiere der Laienbühne vor wenigen Tagen den Eindruck hinterlassen, dass die Theaterfreunde in den nächsten Jahren damit leben können. Allerdings, das muss Gumberger eingestehen, haben heuer einige Abonnenten des Theaterprogramms auch gekündigt, „weil sie die Luitpoldhalle nicht mögen“. Sie werden das bald bereuen, glaubt er, denn die Ausstattung der Halle entspricht der eines modernen Theaters und das Programm kann sich sehen lassen.

Leben  ohne das Asamtheater 

 

So gut es geht erhalten die Freisinger ein ordentliches
Theaterprogramm  aufrecht

Wie lange hat Enzo am Sonntagmittag geöffnet? Das Netz am Marienplatz gibt die Antwort.
Foto: Winklbauer

Die große regionale

Wirtschaftsbeilage

 

Die Theater-Saison 2017/18 in der Luitpoldhalle

 

Zu sehen sind beschwingte Komödien wie „Kerle im Herbst“ (17.11.) und „Aufguss“ (28.4.18), die großartige Bühnenfassung des französische Kinohits „Monsieur Claude und seine Töchter“ (21.4.18) – eine Komödie mit ernstem Hintergrund – sowie die Tragikomödie „Arthur & Claire“ (16.3.18).

 

Mit „Ein brillanter Mord“ (27.1.18) gibt es in dieser Saison einen richtigen Thriller im Programm. „Die Wanderhure“ (17.2.18) ist das große Historienspektakel des Ensembles von Theaterlust. „Ein Gespräch im Hause Stein über den abwesenden Herrn von Goethe“ (3.2.18) wird ein faszinierender Monolog über Goethe, dargeboten von der wunderbaren Anika Mauer. Außer ihr beehren Stars wie Hardy Krüger jr., Hugo Egon Balder, Jeanette Biedermann, Ursula Buschhorn, Michel Guillaume und Jutta Speidel die Domstadt.

 

Auch für Kinder ist einiges geboten. Am Donnerstag, 23. 11., startet die junge Saison mit einer Musicalproduktion: Das Theater Liberi aus Bochum inszeniert Rudyard Kiplings Klassiker „Das Dschungelbuch“. Am Mittwoch, 6. 12., sorgt das Wittener Kinder- und Jugendtheater mit der Aufführung von „Morgen, Findus, wird‘s was geben“ nach Sven Nordqvist für weihnachtliche Stimmung. „Das kleine Gespenst“ von Otfried Preußler am Freitag, 23.2.18, wird von derselben Truppe dargeboten. 

 

Das Münchner Theater für Kinder führt am Donnerstag, 15.3.18, „Pippi Langstrumpfs Abenteuer“ auf.           Mep

Thriller im VHS-Saal

Gezeigt werden in der neuen Spielzeit Komödien, Bühnenfassungen von Kinohits, Thriller und ein Historienspektakel. Es gastieren bekannte Schauspieler wie Hardy Krüger junior, Hugo Egon Balder, Jeanette Biedermann, Ursula Buschhorn, Michel Guillaume und Jutta Speidel. Über den freien Verkauf hofft Gumberger, die Abo-Kündigungen wieder auszugleichen. Interessenten können sich an die Touristinformation unter Telefon 08161/5444333 oder tickets.vibus.de wenden.

 

Die zweite große Spielstätte in Freising bleibt natürlich der Lindenkeller, die Heimstätte klassischer Kleinkunst. Hier gibt es regelmäßig politisches und literarisches Kabarett zu sehen, hier treten bekannte Comedians auf, hier wird die Musik junger und nicht konformer Gruppen gespielt.

 

Die Theatergruppe Werk Stück versucht sich mittlerweile im Theatersaal der VHS. Der hat zwar nur 40 Plätze, ist aber gut geeignet für Stücke wie „Hinterkaifeck“ (noch bis 3. Dezember). Das Theaterensemble Opodeldok wiederum hat sich schon länger im Keller des Pallottihauses ein Spielstätte gesichert. Theater- und Musikgruppen treten auch im Furtner auf. Im Kardinal-Döpfner-Haus und im Schafhofmuseum werden ausgewählte Filme gezeigt, und auch das Lokal Viva Vita bietet sich für Aufführungen an. Für Ausstellungen sind das Alte Gefängnis und der Bürgerturm geeignet, für kleinere Konzerte stehen die Räume der Musikschule bereit.

 

Das kulturelle Angebot in Freising wird also auch ohne den Asamsaal in den kommenden Jahren groß sein. Die Kultur lebt an vielen Orten in der Domstadt.

Johann Kirchberger 

Oben: Das Asamhaus im Umbaumantel.

Unten: Die Luitpoldhalle ist für ihre Aufgabe als Theaterspielstätte gerüstet.

Fotos: Winklbauer

Freies W-LAN für alle

 

In der Domstadt kann man seit Kurzem mitten durch die City surfen. Nach nur elf Monaten hat das
Freifunk-Projekt der Aktiven City Freising Erstaunliches erreicht – und hat noch mehr vor

Wer dieser Tage durch die Untere und Obere Hauptstraße der Domstadt bummelt oder im Café am Marienplatz eine heiße Limette mit frischer Minze (zur Erkältungsvorbeugung) schlürft und dabei ein Auge auf sein Smartphone wirft, stellt erfreut fest: Hier steht ein kosten- und anmeldungsfreies W-Lan zur Verfügung!

„Bis auf eine kleine Lücke haben wir inzwischen rund um den Marienplatz und entlang der beiden Hauptstraßen vollen Empfang“, freut sich Max-Josef Kirchmaier, der Vorsitzende der Aktiven City Freising (ACF), einer der Initiatoren des kostenfreien Freisinger Freifunk-Netzwerks. Mitte Oktober 2017 hatten sich knapp 30 Geschäfte, Firmen und Privatleute in der Innenstadt zusammengeschlossen, bis Jahresende wird sich wohl auch das Rathaus der Initiative anschließen, hofft Kirchmaier.

„Die Idee zu einem derartigen Netzwerk trieb uns schon einige Jahre um“, erzählt der ACF-Vorsitzende. Der Verein wurde im Januar 2014 aus der Taufe gehoben. Mit der klaren Zielsetzung, „die Attraktivität der Innenstadt als Einkaufs-, Wirtschafts- und Erlebniszentrum zu stärken“, wie es in einer Pressemeldung hieß. Den Durchbruch für das Internet-Projekt stellte der Kontakt zur Münchner Freifunk-Initiative dar. Deren Konzept ist so simpel wie genial: Firmen, Privatpersonen, Institutionen hängen einen zweiten Router an ihren Anschluss, installieren die kostenlose Freifunk-Firmware und geben ihn für die Allgemeinheit frei. Dadurch entsteht ein „Mesh-Netzwerk“. Das bedeutet, dass alle Geräte innerhalb des Freifunk Netzwerks direkt miteinander kommunizieren können und somit das eigene Netzwerk erstellen. Weiter entfernte Hotspots können zudem per Richtfunkverbindungen an das Netzwerk angebunden werden.

Die Kosten für jeden einzelnen sind überschaubar: Ein brauchbarer Router ist für rund 20 Euro zu haben, dessen Stromverbrauch addiert sich auf wenige Euro pro Jahr. Die Sicherheit der eigenen Daten ist gewährleistet, da das firmen- oder haushaltseigene W-LAN nicht mit dem Zweit-Router verkoppelt ist. Nutzerdaten werden nicht gespeichert. Bei halbwegs befriedigenden lokalen Bandbreiten bereiten die zusätzlichen Zugriffe auf den Anschluss keinerlei Probleme – wie man in der Freisinger Innenstadt schon jetzt erleben kann. Der Bundestag hat im Juni das Seine getan und die sogenannte „Störerhaftung“ für Anbieter von W-LAN-Hotspots abgeschafft – das heißt, ein Hotspot-Betreiber ist nicht dafür verantwortlich, welche Seiten ein Nutzerin oder ein Nutzer besucht und welche Daten er oder sie herunterlädt.

Ziel ist die  gesamte Stadt

 

„Wir hatten unheimliches Glück, dass sich uns mit Oliver Heimlich und Franz Bernack schon früh zwei kompetente IT-Spezialisten angeschlossen haben“, erinnert sich Kirchmaier. Die beiden fungieren seitdem als Projektmanager. Den ersten Router hatte der ACF vor gut einem Jahr im Popup-Store am Marienplatz aufgestellt. Nicht nur mit dem Ziel, die Akzeptanz zu testen, sondern auch gegebenenfalls technische Haken und Ösen zu entdecken. „Das Angebot kam unheimlich gut an“, berichtet Kirchmaier. Die technischen Probleme waren minimal. Ende des vergangenen Jahres hatten sich schon ein Dutzend Geschäfte der Initiative angeschlossen.

 

Im Januar fiel der offizielle Startschuss mit 16 Routern. Den ersten Stresstest bei den Next Level Winter Games zwei Wochen später bestand das Netzwerk mit Bravour. Mittlerweile sind fast doppelt so viele Router am Netz. Kirchmaier erwartet ein weiteres rasantes Wachstum: „Anfang 2018 werden wir wohl 50 Router vernetzt haben, in zwölf Monaten könnte die gesamte Innenstadt mit unserem Freifunk-W-LAN versorgt sein.“

Um das Projekt weiter zu pushen, läuft demnächst eine große Werbeaktion auf der Facebook-Seite der Aktiven City Freising an. Was sich das ACF-Team dazu ausgedacht hat, will Kirchmaier indes noch nicht verraten.

 

Als Nächstes will die Initiative das Gewerbegebiet Lerchenfeld angehen und sucht dort noch interessierte Partner. „Unser großes Ziel ist es, schlussendlich die gesamte Stadt zu bespielen“, formuliert Kirchmaier die Vision. Bei einigen Institutionen, die sich bis dato nicht interessiert zeigten, will der engagierte Hotspot-Aktivist daher nochmals vorstellig werden, darunter bei der Hochschule für angewandte Wissenschaften Weihenstephan-Triesdorf und bei der TU-Dependance im benachbarten Wissenschaftszentrum.Er hofft dabei weiterhin auf die Unterstützung von Oberbürgermeister Tobias Eschenbacher. „Der OB hat uns von Anfang unheimlich geholfen“, lobt der ACF-Vorsitzende den Rathauschef. Nicht zuletzt, weil Eschenbacher und sein Stadtrat städtische Mittel locker gemacht haben. Das Projekt wird zur einen Hälfte durch die Große Kreisstadt finanziert und zur anderen Hälfte von der Regierung von Oberbayern mit Fördermitteln unterstützt. „Unsere Einnahmen durch den Verkauf von Routern – die wir sowieso zu Selbstkostenpreisen abgeben – fallen dagegen nicht ins Gewicht“, betont Kirchmaier.

 

Wer den Stand der Dinge live mitverfolgen will, kann das über die Internetseite www.freisingfunkt.de tun: Dort sind alle aktuellen Hot Spots eingezeichnet. Wenn man die einzelnen Punkte anklickt, sieht man sogar, wie viele Nutzer im Augenblick den jeweiligen Router nutzen.

Wer mitmachen will, kann sich einen Router gegen eine Selbstkostengebühr von den Freisinger Freifunkern aufstellen lassen und währenddessen im Parkcafé mit einem Ingwer Spritz auf Touren kommen.           

Horst Kramer

 

Weitere Informationen gibt es unter www.freisingfunkt.de

Technische Innovationen   nach dem
Vorbild der Natur

 

Zum zehnjährigen Jubiläum bekommt  das Bionik-Zentrum der TU München   einen neuen Leiter

Auf Initiative des Präsidenten der TU München entstand vor einem Jahrzehnt das „Leonardo da Vinci Zentrum für Bionik“ mit Sitz in Freising. Die fakultätsübergreifende Forschungsplattform fördert seither die technische Fortentwicklung und Ausgestaltung von Funktionsprinzipien, die sich die Natur im Evolutionsprozess zurechtgelegt hat: Das Kreativpotential im „Testlabor Natur“ wird übersetzt in technische Lösungen. Nach einem Jahrzehnt des Aufbruchs unter Leitung des Ingenieurs Friedrich Pfeiffer führt nun der Biologe Harald Luksch das Bionik-Zentrum.

 

„Die Bionik findet Lösungen in Bereichen, in denen sie nicht erwartet werden“, erklärt Luksch, Professor am Lehrstuhl für Zoologie. Dieses „Thinking outside of the box“ werde glücklicherweise an der TU München gepflegt. „Gerade eine so forschungsstarke Technische Universität wie unsere ist gut beraten, das Kreativpotenzial der Natur für sich zu nutzen“.

Natur nicht kopieren, sondern von ihr lernen

 

Diese Beispiele für neue technische Lösungsmodelle klingen einleuchtend und logisch. „Der Heureka-Effekt bei der Entdeckung ist immer groß“, sagt der neue Leonardo-Leiter Luksch, „doch dann braucht es unendlich viel Grundlagenforschung, um die Inspiration zum anwendbaren Produkt werden zu lassen.“

Die fächerverbindende Lehrplattform von Leonardo ist die Ringvorlesung Bionik mit konstant 200 Zuhörern. Dort werden die Forschungsansätze aus den unterschiedlichsten Fachdisziplinen präsentiert. „Wir laden aber auch Entwicklungsleiter von Unternehmen ein, um Anreize für die industrielle Forschung zu setzen und gegen die eigene Betriebsblindheit zu arbeiten“, sagt Luksch. Neben dieser Ringvorlesung für alle Studierenden gibt es eine Vorlesung mit begleitenden Übungen im Studiengang Ingenieurwissenschaften an der Munich School of Engineering (MSE).

„Den Wert und die Herausforderungen der Bionik für die Technik zu verdeutlichen, ist mein Ziel und Auftrag“, sagt Luksch. „Die Bionik schafft nicht schlagartig neue Produkte. Sie hat aber das Potenzial, die revolutionären Innovationen von morgen zu generieren.“

Das Bionik Zentrum wird weiterhin aus Mitteln der TU München finanziert. „Der biologische Funktions- und Arbeitsplan der Natur ist die kreativste Quelle für technische Lösungen, auch wenn es die herkömmlichen Technikdisziplinen noch nicht gemerkt haben,“ sagt Wolfgang A. Herrmann, Präsident der TU München. „Der Biologisierung der Ingenieurswelt gehört die Zukunft. Hierfür ist kein Forschungseuro falsch ausgegeben.“      

 TUM/mep

Auf das Konto der ersten zehn Jahre des Leonardo da Vinci Zentrums für Bionik – kurz Leonardo genannt – gehen zum Beispiel Projekte wie das am Lehrstuhl für Mikrotechnik und Medizingerätetechnik entwickelte Multi-Arm-Snake-Like-Manipulator-System, das die Bewegung von Schlangen nachahmt: Es folgt den natürlichen Körperbahnen schlangenartig über Mund, Kehlkopf und Speiseröhre bis in den Magen, an seinem Ende finden sich Mikroinstrumente für den Einsatz in der Gastroenterologie wie auch der HNO-Chirurgie.

 

Die Tulpenblüte wiederum war das Vorbild für eine intelligente Gebäudehülle, deren Innen- und Außenseite unterschiedlich rasch wächst. Auf das Konto der Professur für Technologie und Design von Hüllkonstruktionen (Architektur) geht der Prototyp eines autarken Sonnenschutzes, der verhindert, dass sich ein Gebäude aufheizt, während es diffuses Licht und energiearme Strahlung ins Innere lässt.

Biologe Harald Luksch
Foto: TUM/Eckert und Heddergott

Prototyp eines Verschattungselements für Gebäude nach Vorbild der Tulpenblüte.

Foto: Carla Baumann